Interview with Nightwish 39

Source: Hammer

5 days with Nightwish

Diese Gastspielreise von NIGHTWISH ist ohne Zweifel eine der wichtigsten der vergangenen Jahre. Welcher Newcomer im Metal-Bereich kann von sich schon behaupten, bei der ersten Tour durchschnittlich 800-900 Fans pro Abend in die hiesigen Clubs gelockt zu haben?


Als ich im Razzle Dazzle zum Tourtross stoße, treffe ich in erster Linie entspannte Musiker und Crewmitglieder an. Und das obwohl die Gegebenheiten vor Ort alles andere als hervorragend sind. Die PA verdient - obwohl sie für diesen Abend extra aufgestockt wurde - gerade einmal das Prädikat "ausreichend". Die vier Lampen, die auf der Bühne für Atmosphäre sorgen sollen, wecken auch nicht gerade den Gedanken an eine famose Lichtshow, sondern erinnern eher an die heimische Wohnzimmerbeleuchtung. Trotzdem sind alle zufrieden, und der kreative Kopf von Nightwish, Tuomas, erklärt mir nach freundlicher Begrüßung, warum das so ist: »Es läuft alles perfekt.« Worte, die einen prophetischen Charakter erlangen sollten.


31.10. Berlin, Razzle Dazzle

Leider profitieren die Eternal Tears of Sorrow nicht sonderlich von dem Umstand, dass das Razzle Dazzle ausverkauft ist, denn während das Quintett die Bühne betritt, stehen sich die meisten Fans bei den schleppenden Eingangskontrollen die Beine in den Bauch. Frontmann Altti und seine Mitmusiker bemühen sich mit ihrer Mixtur aus Black, Death und Gothic Metal um die Gunst der Anwesenden.

Mit Sinergy betritt dann - vor allem in musikalischer Hinsicht - ein anderes Kaliber die Bretter, die die Welt bedeuten. Vor allem gitarrentechnisch gibt es absolut nichts zu meckern. Alexi Lahio von Children of Bodom ist bekanntlich ein begnadeter Frickelfinger, doch auch Roope Latvala, der zweite Klampfer, fährt ein beeindruckendes Brett auf. Eigentlich auch nicht verwunderlich, denn Roope zockte früher bei der finnischen Legende Stone und zupft die Sechssaitige bei den Weirdos von Waltari. Während Kimberly und ihre Mannen noch ihre letzten Stücke zum Besten geben, bereiten sich Nightwish schon auf ihre Show vor. Ärgerlicherweise verfügt das Razzle Dazzle nur über einen Backstage Raum, sodass sich alle Beteiligten regelmäßig auf die Füße treten. Nach vier Wochen on the road wahrlich kein besonders angenehmes Arbeitsumfeld. Doch das Gefühl, den Club ausverkauft zu haben, und die zahlreichen angespannt wartenden Gesichter lassen solche Umstände schnell vergessen. Vom Beginn mit "She is my sin" an, hängen die Fans an den Lippen von Tarja, die mit dieser Situation umzugehen gelernt hat. In der Vergangenheit wirkte ihr Auftreten häufig noch ein wenig steif, doch inzwischen versteht sie es, auf lockere und sympatische Art mit den Anhängern vor der Bühne zu kommunizieren. Das 90 minütige Set der Finnen enthält keinerlei Schwachpunkte. Mit einem Instrumental und dem Gastauftritt von Sinergy Basser Marco als Gesangspartner von Tarja bei "Beauty and the Beast" gelingt es dem Fünfer, einen spannungsgeladenen Auftritt zu inszenieren. Nach der Show erfahre ich, dass sich die Publikumsreaktionen im Vergleich zum Rest der Tour eher bescheiden ausnahmen, obwohl die Fans für Berliner Verhältnisse recht euphorisch ihre Anerkennung zu erkennen gaben.

Weil der Club nicht unbedingt zum Verweilen einlädt, fahren die Busse recht bald nach dem Einladen des Equipments los. Da der Nightliner von Nightwish bereits voll belegt ist, werde ich bei Sinergy und Eternal Tears of Sorrow untergebracht. Nach einem kurzen Smalltalk verziehe ich mich recht bald in meine Koje.

1.11. Prag, Palac Akropolis

Als ich gegen 9 Uhr aufwache und schlaftrunken die Treppe des doppelstöckigen Busses hinunterwanke, ist die Party von Alexi und Roope noch in vollem Gange. Die Beiden versuchen, mich sofort in ihr Gespräch zu integrieren, und so meint "Wildchild" zu mir: »Ist es nicht Wahnsinn? Hier in Tschechien kannst du für 3.000 Mark ein Haus kaufen, ich sollte wirklich hierher ziehen!« Sein Kollege ergänzt: »Ja, dann brauchst du allerdings noch eine Knarre, um es auch verteidigen zu können.« Im Anschluss planen die Beiden Partyhengste, den auf einem Sitz schlafenden Altti mit ein paar "Edding Tattoos" zu verzieren. Doch mangels eines dafür geeigneten Stiftes vertiefen sich die beiden wieder in ihren Dialog, was ich zum Anlass nehme, mich wieder in meine Koje zu verziehen.

Die Busse stehen schon eine Weile am Palac Akropolis, als sie gegen Mittag die ersten Musiker und Mitglieder der Crew am Catering treffen. Die Dame, die derweil die letzten Brötchen für das Catering schmiert, nimmt ihren Job sehr genau, denn obwohl die Mägen der Meisten unüberhörbar knurren, verbietet sie allen, die Anstalten machen, ihren Hunger zu stillen, das Essen, mit der Begründung, Catering gäbe es erst ab Punkt 12 Uhr.

Im Laufe des frühen Nachmittags, sickert durch, dass es Tarja nicht besonders gut geht. Eine Erkältung macht ihr zu schaffen. Aus diesem Grund erscheint der morgige freie Tag wie ein Geschenk des Himmels. Die Betroffene selbst wirkt nach außen hin verhältnismäßig entspannt. Was soll sie sich auch aufregen, es ließe sich ohnehin nichts ändern. Am frühen Nachmittag bietet sich für mich während eines halbstündigen Spaziergangs erstmals die Gelegenheit, mich länger mit der Sängerin zu unterhalten. Ich versuche, sie ein wenig aus der Reserve zu locken und unterstelle ihr, dass die Rolle der perfekt geschminkten Metaldiva auf der Bühne in meinen Augen überhaupt nichts mit der Privatperson, wie ich sie bis jetzt kennengelernt habe, zu tun hat. Erwartungsgemäß wiederspricht mir die junge Dame: »Natürlich bin ich privat anders als auf der Bühne. Aber trotzdem ist es ein Teil von mir, und ich genieße es, diesen Aspekt meiner Persönlichkeit ausleben zu können.« Zuerst dachte ich, bei ihr handele es sich um eine zerbrechliche Person, doch im Verlaufe unseres Gesprächs schimmert immer stärker durch, dass die Sängerin ganz genaue Vorstellungen und Ziele hat. So steht sie trotz des momentanen Erfolgs nach wie vor felsenfest zu der Aussage, dass sie, wenn sie sich zwischen der Opern- und der Metalkarriere entscheiden müsste, die klassische Laufbahn vorziehen würde. Der bestimmte Charme, mit dem sie diese Worte formuliert, sorgt dafür, dass man ihr als Fan trotzdem keinesfalls böse sein kann.

Während des Abendessens platzt dann die Bombe: Tarjas Zustand hat sich verschlechtert und die Show in Ebersbrunn wird abgesagt. Die Gesichter aller Beteiligten sprechen Bände, doch ohne großes Murren akzeptieren sie das Unabänderliche. Der Club, der durch die Loge über dem Parkett das Flair eines Theaters versprüht, ist restlos ausverkauft. Eigentlich hat der Veranstalter ein paar Tickets zuviel verkauft, denn nicht alle finden Platz vor der Bühne, so dass ein Teil der etwa 900 Fans nur einen kleinen Ausschnitt der Bühne durch eine geöffnete Tür einsehen kann. Trotzdem nehmen die Zuschauer jede gespielte Note, die von der Bühne kommt, dankend auf. Davon profitieren bereits Eternal Tears of Sorrow, die, von den guten Reaktionen angestachelt, ein wesentlich professionelleres Set auf die Bühne legen, als noch am Tag zuvor.

Sinergy präsentieren sich ebenfalls in hervorragender Spiellaune und steigern sich im Vergleich zum Vorabend erheblich. Die Band und die Fans stacheln sich gleichermaßen gegenseitig an. Das ist insofern bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass auch Sinergy-Fronterin Kimberly erheblich unter den Folgen einer Erkältung zu leiden hat.
Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich geneigt, den Abend als perfektes Metal-Konzert mit Untergrundcharakter zu bezeichnen. Doch mit dem Beginn der Show von Nightwish werden die Karten noch einmal neu gemischt. Bereits im Verlauf der Umbaupause steigt die Spannung im Auditorium. Jede noch so kleine Regung auf der Bühne wird als möglicher Beginn des Auftritts bewertet. Erst als Busfahrer Mario ankündigt, dass die heutige Show mitgefilmt wird und Techniker Tero das Band mit dem darauf enthaltenen Intro abfährt, macht sich die Erleichterung bei den Pragern sichtbar breit. Ein Fan scheint die Sache mit dem Filmen ein wenig falsch verstanden zu haben, denn auf der Empore schneidet ein besonders treuer Anhänger den Gig der Finnen mit. Der Fahrer macht sich gleich nach dieser Entdeckung auf die Jagd nach dem Bootlegger, und wenig später präsentiert er breitgrinsend seine Trophäe, das Videoband. Im Folgenden darf ich Zeuge einer Show werden. die mit dem Wort "Magie" am besten umschrieben sein dürfte. Denn diese liegt in der Luft, wenn Tarja mit ihrem klaren Organ, untermalt vom Breitwand-Metalsound der Band, den Raum erfüllt. Doch es ist nicht nur die Ausnahmesängerin, der ich meinen Respekt zollen möchte. Tuomas, der stille Mastermind im Hintergrund, geht aus sich heraus und schüttelt mit Begeisterung seine im Wachsen begriffene Matte. Schlagzeuger Jukka scheint es auch kaum hinter seiner Schießbude zu halten, und so erhält sein sauberes Spiel durch diverse Showeinlagen eine fast theatralische Note. Im Gegensatz zu vielen Hochgeschwindigkeits-griffbrettakrobaten, die sich auf das rauf- und runternudeln irgendwelcher Tonleitern beschränken, verfügt Emppu, der kleingewachsene Gitarrist mit einer geschätzten Körpergröße von 1.54 m, über einen sehr chrarakteristischen Ton in seinem Stil. Bassist Sami verkörpert seinem Instrument gemäß den ruhenden Pol der Band. War ich vor dieser Tour allzu leicht versucht, zu sagen, das Phänomen Nightwish ließe sich auf eine hervorragende Sängerin mit klassischer Ausbildung reduzieren, muss ich spätestens jetzt anerkennend sagen: Bei dieser Band handelt es sich um fünf individuelle Musiker, die mit ihrer Persönlichkeit den Charakter der Formation prägen. Leider muss das Quintett aufgrund der Erkrankung der Frontfrau das Set um 15 Minuten kürzen, was den Wünschen des Prager Publikums natürlich in keinster Weise gerecht wird.
Nach so einem großartigen Konzertabend und mit der Gewissheit, die Nacht zur freien Verfügung zu haben, fällt das Feiern leicht. Die Getränkepreise sind für westliche Verhältnisse immer noch sehr günstig, und so entwickelt sich im Verlaufe des weiteren Abends eine nette Party, die für manch einen im - zugegeben kontrollierten - Exzess endet.


2.11., Prag, Day Off

Nach einer Nacht im stehenden Bus teilt sich der Tourtross auf. Nightwish und die Crew beziehen Stellung in einem nahegelegenen Hotel, während es den anderen Musikern frei steht, die nächsten beiden Tage in der bereits gewohnten rollenden Bleibe zu verweilen. Tourmanager Wolle fällt die Aufgabe zu, mit Tarja und Kimberly eine Ärztin aufzusuchen. Es erweist sich als großer Vorteil, dass Englisch die Muttersprache der Singergy-Sängerin ist, denn so können die beiden Damen genauestens ihre Probleme schildern. Die Diagnose und die damit verbundene Therapie fällt indes für beide ziemlich ernüchternd aus: Am Abend steht fest, dass weder Tarja noch Kimberly in den nächsten beiden Wochen ihre Stimmbänder in irgendeiner Form strapazieren sollten. Alles liegt in der Hand von Tarja, die mit ihrer Entscheidung für oder gegen die Anordnung des Arztes über den Fortgang der Tour entscheiden wird. Unter diesen Umständen ist es verständlich, dass es Nightwish vorziehen, den Abend unter sich zu verbringen, denn die Stunden der Ungewissheit gleichen einer Zerreißprobe.


3.11., Prag, Day Off

Für den heutigen Tag vereinbare ich mit Tuomas einen gemeinsamen Ausflug in die City. Während der halbstündigen Fahrt spreche ich den Tastenakrobaten auf die augenblickliche Situation an. »Es ist unser Schicksal, das wir uns selbst gewählt haben. Eine Sängerin wie Tarja ist einfach empfindlicher, wenn es um ihre Stimme geht, als eine konventionelle Rockröhre.«

Ich merke schnell, dieses Thema behagt dem Keyboarder nicht, und bald gibt er mir zu verstehen: »Lass uns über etwas anderes sprechen.« Unsere Mägen hängen in den Kniekehlen, so dass wir ein Restaurant aufsuchen. Die Wahl fällt auf eine Gaststätte, die passenderweise den Namen des heiligen Thomas trägt. »Mein Vater war letztens in Prag und empfahl mir, unbedingt hierher zu gehen.« Bei böhmischem Bier und leckeren einheimischen Spezialitäten lockert sich die Zunge des anfangs doch eher reserviert wirkenden Mastermindes. Wir sprechen über Zukunftspläne der Band. »Ich möchte für das nächste Album auf jeden Fall ausreichend Zeit haben, deswegen wird es im kommenden Jahr höchstens eine Mini-CD geben.«

Auch gerade angesagte Produzenten bilden ein Thema, und so bekennt Tuomas, dass er zum Beispiel Britney Spears oder die Backstreet Boys diesbezüglich sehr zu schätzen weiß. Doch für Nightwish kann er sich die Kooperation mit einem renommierten Klangzauberer nicht vorstellen. »Die Musik ist wie mein eigenes Baby, und das gibt man nicht so ohne Weiteres aus den Händen.«

Nach der ausgiebigen Mahlzeit entschließen wir uns, die wunderschöne Innenstadt zu Fuß zu erkunden. Als alter Fantasy Fan zieht die Ausstellung eines Malers, der in einem märchenhaften Haus in Frankreich wohnt, die Aufmerksamkeit des Musikers auf sich. Direkt im Anschluss besuchen wir eine Ausstellung von Folterwerkzeugen, die Tuomas zutiefst beeindruckt: »Ich war zwar bereits in den London Dungeons, aber das hier war noch schockierender, weil es so realistisch wirkte.« Zugegeben: Instrumente wie der Brustquetscher, der Schädelknacker und diverse andere Perversitäten hinterlassen auch bei mir ihre Spuren. Nach der Odyssee im Taxi entschließen wir uns, den Rückweg zum Hotel per pedes zu bestreiten. »Kennst du den Weg?« Ich nicke. Ergänzend meint Tuomas: »Kartenlesen liegt mir eigentlich auch ganz gut, dann kann ja eigentlich nichts schief gehen.« Wie sich jeder denken kann, endet das Ganze in einem mehrstündigen Fußmarsch. Ich schäme mich schon fast dafür, dass ich den richtigen Weg nicht finde, während mein musikalischer Begleiter seine Probleme mit dem Stadtplan hat. Am Ende sind wir glücklich und zufrieden, das Hotel doch noch erreicht zu haben. Fazit des Keyboarders: »War doch ein netter Spaziergang.«

Um Mitternacht stoßen Nightwish und alle anderen, die im Hotel untergebracht waren, wieder zum Rest des Tourtrosses. Die Abfahrt nach Kaufbeuren STEHT auf dem Programm. Ungewiss ist weiterhin, ob es möglicherweise das letzte Konzert der Tour werden wird.


4.11., Kaufbeuren, Zeppelinhalle

Die Zeppelinhalle bietet schätzungsweise 1.500 Fans Platz, die PA ist vom Feinsten, eine hohe Decke, die das Licht optimal zur Geltung kommen lässt, und eine große Bühne sorgen zumindest bei der Crew für gute Laune. Doch auch für die Musiker wird bestens gesorgt. Das Catering ist mit viel Liebe zubereitet, und jeder Band steht ein großer, gemütlicher Backstageraum, die allesamt angenehm beheizt sind, zur Verfügung. Das lockert die Atmosphäre merklich, denn es besteht für jeden die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Veranstalter Josef und seine Crew tragen mit ihrer herzlichen Art ebenfalls ihr Scherflein dazu bei, dass sich alle so richtig wohlfühlen. Vor allem ein Detail am Rande, das auf den ersten Blick gar nicht so wichtig erscheinen mag, sorgt für allseits zufriedene Gesichter:

Es gibt eine Dusche, die warmes Wasser für alle bereithält. Im Verlaufe der Tour ist es des Öfteren vorgekommen, dass diejenigen, die zu Letzt ihrer Körperhygiene nach kommen wollten, nur eiskaltes Wasser zur Verfügung hatten. Ein äußerst zweifelhaftes Vergnügen, das naturgemäß vor allen Dingen Nightwish immer wieder zuteil wurde, da sie Abend für Abend als letzte verschwitzt von der Bühne kommen. Im Laufe des Nachmittags ist Tarja damit beschäftigt, auszuloten, ob ihre Stimme durchhält oder nicht. Mit ihrer charmanten Art vermag sie ihre innere Anspannung zu verbergen und strahlt damit eine Ruhe aus, die sich auf den Rest des Tourtrosses zu übertragen scheint.
Ich verbringe den Nachmittag die meiste Zeit mit Eternal Tears Of Sorrow. Vor allen Dingen Schlagzeuger Petri erweist sich in den kommenden Stunden als echter Spaßvogel. Der sexuelle Entzug der vergangenen Wochen macht sich immer stärker bemerkbar, und so malt sich der Trommler die tollsten Dinge aus: »Wäre doch genial, wenn man mit Sex alle möglichen Krankheiten heilen könnte. Der Begriff Erste Hilfe bekäme eine völlig neue Bedeutung. Wenn das funktionieren würde, wäre ich schon lange Arzt.«

Am Abend füllen dann rund 1.200 Fans die Halle mehr als ordentlich und bieten beim Blick von der Bühne einen stattlichen Anblick. Nach dem Auftritt möchte die Nightwish-Sängerin verlauten lassen, ob sie sich in der Lage sieht, die anstehenden Gastspiele zu bewältigen. Trotz dieser Ungewissheit freuen sich alle Musiker auf ihre Auftritte. Diese Euphorie sorgt dafür, dass Eternal Tears of Sorrow ihr Set um Einiges flotter durchholzen als gewohnt. Das passt zwar nur bedingt zu einer gefühlvollen Komposition wie "Autumn’s Grief", aber der Applaus bestätigt das Quintett. Für Sinergy wird die Show zu einer echten Feuertaufe. Kimberly ist stimmlich zwischenzeitlich derart angegriffen, dass sie kaum noch reden kann. Doch sie beißt die Zähne zusammen, was vom Publikum zwar belohnt wird, aber mit Blutspucken hinter der Bühne endet.

Tarja hat den ganzen Nachmittag über Tonleitern geübt, um zu sehen, ob es mit der Show klappen könnte. Nachdem sie grünes Licht gegeben hat, sind natürlich alle erleichtert. Während des Intros spaziert Jukka mit Videokamera auf die Bühne und filmt das Publikum. das sich daraufhin von seiner besten Seite zeigt. Wie in den vergangenen Tagen bietet sich auch in Kaufbeuren das gleiche Bild: Jeder einzelne Musiker wird mit Applaus bedacht, doch wenn die Frau Turunen die Bühne betritt. brechen im Publikum alle Dämme. Die Euphorie kennt keine Grenzen, und es sind keineswegs nur männliche Zuschauer, deren Augen an Tarjas Lippen kleben. Auch zahlreiche weibliche Fans singen inbrünstig die Zeilen von Göttergaben wie "Death Boy‘s Poem" oder "Walking In The Air" mit. Vor allen Dingen Keyboarder Tuomas, Gitarrist Emppu und Trommler Jukka spielen sich in einen regelrechten Rausch. Zu Beginn des Instrumentals in der Mitte des Sets, das Tarja als Verschnaufpause nutzt, dirigiert Tuomas mit wenigen Handbewegungen die Massen. Etwas, das er sichtlich genießt. Nachdem "Wishmaster" als letzte Zugabe den Abend beschließt, spielen sich schier unglaubliche Szenen ab. Minutenlang. nachdem das Saallicht schon wieder in Betrieb ist, verlangen die Fans immer noch nach einer Zugabe. Doch Tarja kann definitiv nicht mehr, was niemand mehr bedauert als sie selbst. Tuomas zeigt sich völlig begeistert von der Show: »Das was mit Sicherheit einer der besten Auftritte bei dieser Tour. Das Publikum war fantastisch. und wir erlaubten uns kaum Spielfehler.«

Nach so einem Abend fällt der Abschied natürlich um so schwerer, doch es ist für mich an der Zeit, zu gehen. Wirkten Nightwish anfangs noch ein wenig verschlossen auf mich, zeigten sich alle Musiker beim Abschied von ihrer herzlichen Seite. Ein dickes Dankeschön dafür an dieser Stelle.


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